Dienstag, 13. Juli 2010

Patchworkhaltepunkte einer Urlaubsreise



Artikel für unsere Ausgabe in der Gildezeitschrift in Österreich
 
Wie lassen sich vielfältige Interessen und persönliche Vorlieben eines Partners in der Urlaubszeit optimal verbinden?Interesse an Kultur und Natur, Mobilität, Individualität, unterschiedliche Lebensräume, Land und Leute kennen lernen, lesen und nähen und patchworken…..

…mit einer Reise mit dem Wohnmobil!
 
Das besonders Schöne für eine Patchworkinfiszierte am Reisen mit dem Wohnmobil ist die Tatsache, wenn MANN die längeren Autobahnpassagen als Fahrer übernimmt, kann FRAU vorschriftsgemäß angeschnallt am Tischchen hinter dem Fahrer entspannt  dem Quilten nachgehen. Und somit gehen keine kostbaren Stunden verloren, die FRAU ja fürs Handquilten braucht.
Der erste Patchworkhaltepunkt war im schönen Bayern in der Nähe von München/Ingolstadt in Wolkertshofen bei Simone Streicher - in „Simis Atelier“.
Frau Streicher betreibt seit 10 Jahren ihr Atelier. Die ausgebildete Textil-Designerin hat im Gästezimmer ihres Hauses begonnen ihr Geschäft suczessive auszubauen, bis zum eigenen Laden neben ihrem Wohnhaus.
Das Geschäft verfügt über einen absolut süß und geschmackvoll gestalteten Verkaufsraum im Erdgeschoß. Darüber im 1. Stock befindet sich die Nähwerkstatt, wo auch Kurse abgehalten werden können. Wenn man seine Blicke durch den Verkaufsraum über die verschiedenen Stoffballen schweifen lässt, erkennt man sofort die Leidenschaft und den guten Geschmack von Simone Streicher bei der Auswahl ihrer Kollektion.
Die Auswahl und die vorgeschlagenen Kombinationen der Stoffe sind sensationell. Ich behaupte man erkennt genau ihren persönlichen Stil -  „Simi`s Style“.
Einerseits die farbliche Zusammenstellung andrerseits die Mischungen aus Batik, Paisleys, Blumen, Streifen, Punkten findet man nicht so schnell wieder. Auch beim virtuellen Besuch ihres Ateliers www.simis-atelier.de erkennt man ihre Handschrift. Sie stellt geschmackvolle Kombinationen zusammen, fotografiert alles selbst, gibt den Stoffen und Decken unverkennbare Namen und gestaltet auch noch ihre Homepage selber. Die liebevolle Zusammenstellung eines Postpäckchens ist dann nochmals das Tüpfelchen auf dem i und eine Freude beim Öffnen. Im persönlichen Gespräch mit Simone Streicher erspürt man eine Frau, die ihren Platz und ihren Traumjob gefunden hat. Ihr Mut zur Selbständigkeit wurde belohnt. Was sie sich nur selbst wieder wünscht: „mehr Zeit zum selber Nähen ……“
Naja – 100% seiner Träume wird man ja fast nie erreichen……
 
Schauen Sie doch mal persönlich  vorbei,wenn Sie in der Gegend von München sind.

Weiter ging unsere Reise an die Nord- und Ostsee.
Fahrziel ins Navi eingegeben, liebevoller Partner übernimmt die Fahrt, ab und zu ein Kontrollblick von hinten hinaus, aber sonst in Konzentration auf die Näharbeit – das ist einfach wunderschön !
Das Kennenlernen von kleinen Städten ist ebenso ein Vorteil Wohnmobilreisender
als auch die  Möglichkeit eben während des Fahrens zu quilten.
Beim Spazieren durch Städte wie Husum oder Plön entdeckt man auch wieder das eine oder andere nette Handarbeitsgeschäft. Und immer muss ein ausgefallenes Stück Stoff mit.
In der Stadt Schleswig im Landesmuseum Schloss Gotdorf findet man eine sehr abwechslungsreiche Zusammenstellung über die Kunst und Kulturgeschichte des Landes. Ein weites Spektrum zeigt u.a. auch wertvolle alte Klöppelarbeiten, Trachten und Stoffe, die speziell als Vorhang für die Bettstatt gewebt wurden.
Das Ende unserer Reise war ein 5-tägiger Aufenthalt in Berlin. Mein Mann hatte hier geschäftlich zu tun und ich hatte genügend Zeit mich weiter mit meinem Hobby zu beschäftigen. Der samstägige Flohmarkt ist für mich natürlich ein Fixpunkt. Trotz extremen Temperaturen (39° im Schatten) war ich erfolgreich auf Beutezug.
Alte Bettwäsche, alte Pölster – einerseits in rosarot Tönen andrerseits in ausgefallenen violett Tönen – haben mich trotz der extremen Hitze im Beutefieber gehalten. Dann ergatterte ich auch noch 2 alte Molas um je 3,-, die vielleicht tolle Kissen oder Sesselpölster werden könnten.
Ein weiterer Fixpunkt war für mich der Besuch des Patchworkgeschäftes von Christiane Dabrovski – „PATCH-IT“. Mit Eingabe in Google „Patchwork Berlin“ hat mich ihr Geschäft sofort angezogen. 20 Minuten außerhalb des Zentrums von Berlin liegt ihr gemütliches Geschäft im Ortsteil von Spandau. Schon die Auslage deutet auf die Spezialisierung auf Taschen aller Art hin.
Sogar vor offiziellem Geschäftsbeginn und am 1. Tag nach ihrem Urlaub wurde ich sehr freundlich willkommen geheißen. Das Geschäft lädt zum Stöbern und Plaudern ein. Jede Menge Stoffe, ein Sitzplätzchen zur Erholung, eine Ecke mit Journalen und Büchern, jede Menge Borten, Knöpfe, Verschlüsse und Griffe für Taschen und Täschchen. Toll aufbereitete Anleitungen für Taschen und andere kleine Projekte runden das Angebot ab. Christiane Dabrovski hat als gelernte Bekleidungsschneiderin die Liebe zu Patchwork nach ein paar Jahren in einem nicht kreativen Beruf wieder gefunden. Sie sprüht wahrlich vor Kreativität und Enthusiasmus. Sie kann gar nicht anders als hier in ihrem Lädchen ihre Leidenschaft voll auszuleben.
Fast jeden Tag gibt es die Möglichkeit einen Kurs zu besuchen – toll !
Schauen Sie sie ganz einfach mal unter www.patch-it.de vorbei.

Und weil es meine „Patchwork-Engel“ gut mit mir meinten, ist durch eine Absage (m)ein Platz für den Kurs tags darauf frei geworden.Ich habe mich so sehr darüber gefreut !!!
Um 10h ging`s los!
Susann Fischer-Popiel, die Kursleiterin, war perfekt organisiert. Obwohl jeder der 8 Teilnehmer an einem anderen Projekt arbeiten wollte, war Christin nicht aus der Ruhe zu bringen und half jedem, manchmal einfach auf Zuruf, weiter. Sie wusste bei allen 8 Fragmenten immer den nächsten Schritt eines jeden auswendig.Faszinierend – sie agierte wie ein Schachgroßweltmeister bei einer Simultanpartie mit 8 Teilnehmern.Jeder bekam zu Beginn die Anleitung zu seinem Wunschprojekt.
Es waren sogar für jeden Brötchen und Getränke in ihrem Picknickkorb vorbereitet,
so konnten wir wirklich ohne Unterbrechung die vollen 6 Stunden durcharbeiten und schnaken (ist hier der Ausdruck für plaudern).Mein Ergebnis  ist eine superschöne Handtasche geworden. Ich habe das Modell „an einem Tag“ gewählt und kann nun bestätigen, dass es wirklich in einem Tag zu schaffen ist (natürlich unter Anleitung von Susann).Das größte Kompliment bekam ich dann von meinem Mann:“ Die schaut ja gar nicht wie selbstgemacht aus……“

 
Am nächsten Tag ging`s dann wieder heimwärts.
Mit vielen Eindrücken einer wunderschönen Reise, mit vielen Beutestücken fürs Nähen und einer selbstgearbeiteten Handtasche und mit der Erkenntnis, dass Fäden wirklich verbinden.





Wenn ihr ein Foto doppelt anklickt à so könnt ihr dann alle in Folge größer anschauen


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